Archive for November, 2006

Killerspiele, Emsdetten und das alles…

Tuesday, November 21st, 2006

Man ist hin-und hergerissen: soll man sagen “gerade noch mal gut gegangen”, da keine Unschuldigen zu Tode gekommen sind ? Oder soll man Mordrioh und Totschlag rufen, weil die Bewohner einer unscheinbaren Kleinstadt nur duch Zufall und Glück einem echten Blutbad entkommen sind ?

Aber schnell ist eine echte Diskussion über mögliche Hintergründe einer vordergründigne Hexenjagd gewichen - es sind mal wieder die Killerspiele schuld !

Interessant hier die Aufspaltung bei der Meinungsbildung: ich war auf mehreren Foren großer Publikationen - in allen Foren bricht sich der gesunde Menschenverstand der normalen Leser die Bahn: eine solche Tat hat keine monokausalen Ursachen. Eine freie Gesellschaft muß mit unterschiedlichen Geschmäckern klar kommen - und wenn man gewalttätige Videospiele auch selber nicht gut findet, so muß man es volljährigen Menschen (und der Täter war volljährig !) schon selber überlassen, wie und womit sie ihr Leben gestalten wollen.

Ganz anders hingegen der öffentliche massenmediatische und politische Diskurs: hier wird direkt nach Einschränkung, Kontrolle und Verbot gerufen. Denjenigen, die hier wieder einmal den Weg von Instant-Populismus und geringstem Widerstand beschreiten sei die Lektüre des Abschiedsbriefes sehr ans Herz gelegt ( http://www.n-tv.de/734961.html ).

Ich war bei der Lektüre ernstlich erschrocken: es gab, neben irrem Unsinn, ganze Passagen von intelligenten Beobachtungen und Argumentationen, die vermutlich eine Mehrheit von Menschen - und mit gutem Grund - für gerechtfertigt oder sogar richtig ansehen würde. Und dann schlägt alles in ein oder zwei Sätzen in Hass, Ablehnung und Nihilismus um.

Eigentlich hätte er mit seiner offensichtich kritischen und hinterfragenden Art das Musterbeispiel eines “gewollten” Schülers nach alter, sozialdemokratischer NRW-Prägung sein müssen. Aber die Folgen dieser kritischen Grundeinstellung müssen sowohl ihm als auch seiner Umgebung irgendwann völlig entglitten sein.

Besonders interessant fand ich aber das folgende Zitat: ” Aber dann bin ich aufgewacht! Ich erkannte das die Welt wie sie mir erschien nicht existiert, das sie eine Illusion war, die hauptsächlich von den Medien erzeugt wurde. ”

Größer könnte die Medienschelte wohl nicht ausfallen - da wirkt die schon fast instinktive Beschuldigung der Killerspiele durch eben diese Medien nur noch als unbeholfener Ablenkungsversuch. Und ganz ehrlich - die minderwertigeren 50% des normalen Abendprogrammes sind sicher niveauloser, gewalttätiger und wertezersetztender als die untere Hälfte aller Videospiele.

Wie gesagt: monokausale Ursachen für eine solches Handeln gibt es nicht - aber es drängt sich der Verdacht auf, daß hier der in weiterem Maße verantwortliche, jedoch etablierte und gesellschaftlich akzeptierte, Mitwirkende (also die klassischen Massenmedien) sich schnell in Form eines auch mitverantwortlichen, aber von weiten Kreisen der Gesellschaft weder gekannten noch verstandenen Mitwirkendem (also der Videospieleindustrie) einen praktischen Sündenbock für die gleichfalls wieder publikumsreif inszenierte Notschlachtung ausgesucht hat.


Insofern bin ich wirklich froh noch auf kein Forum und auf keine Internet-Abstimmung gestoße zu sein, die mit der überwältigenden Mehrheit der normalen Nutzer eine Verbot von Videospielen verlangt hätte -oder habe ich nur an den falschen Stellen nachgesehen ?

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Der besondere Reiseservice !

Thursday, November 16th, 2006



Der besondere Reiseservice !

Diese Art von Service werden sicher besonders angelsächsische Besucher in Deutschland zu schätzen wissen. Die werden sicher nicht alle Tage mit einem Bus mit solcher Aufschrift durch die Gegend gefahren.

Derweil dementierte allerdings die Presseabteilung der Fucker Bustransport Gmbh Gerüchte, daß eine Fusion mit dem etwa gleichgroßen Wettbewerber MASA unmittelbar bevorstünde. Man habe Gespräche abgebrochen, da man sich nicht auf einen Namen für das neue Unternehmen haben einigen können :-)

Originally uploaded by syrom.


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Obermann und Kleinfeld: wie lange dauert die Entzauberung ?

Monday, November 13th, 2006

Die Hymnen, die jetzt auf René Obermann gesungen werden, klingen verdächtig nach der Melodie, die man vor kurzer Zeit bei Amtsantritt von Herrn Kleinfeld hören durfte.

Die Ergebnisse bei Siemens sind der Öffentlichkeit mittlerweile offenbar - ein trauriges Faktum in diesem Zusammenhang: Herr Kleinfeld war scheinbar wenigstens vorher erfolgreich; t-mobile hingegen ist im internationalen Vergleich eine Lachnummer. Nur die USA und einige osteuropäischen Filialen reißen den Gesamteindruck aus dem Keller - und die profitieren allesamt von der Ferne von Bonn.

Nett in diesem Zusammenhang: Her Obermann hat sich nicht rechtzeitig die Uhr vom Handgelenk retouchieren lassen (wir erinnern uns alle gerne an die Kleinfeld-Annektote): in der Sonntags-FAZ ist er mit einer Uhr abgebildet, die gerade im der deutschen Ausgabe des MIT Technology Reviews auseinandergenommen wurde und in diesem Artikel auf Euro 28.500,- taxiert ist. Das ist sicher einiges mehr, als viele entbehrliche Mitarbeiter als Abfindung erhalten werden.

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