Archive for the 'Wirtschaft' Category

Wir sind doch saublöd !

Thursday, January 4th, 2007

Eine Erkenntnis, zu der man wohl kommen muß, wenn man die Werbeschlacht betrachtet, die gerade der MediaMarkt schlägt.

Die einfachen Fakten: die massive Werbung soll dem ach so aufgeklärten Verbraucher wissen lassen, daß alle Produkte (tagesweise nach Produktgruppe) ohne Mehrwertsteuer (oder besser: um 19% billiger als der normale Preis) zu haben sein.

Ich habe aus Spaß mal die Probe auf’s Exempel gemacht und kann nur zu dem Urteil kommen: wer darauf reinfällt, ist saublöd ! Am Tag der “unschlagbar günstigen” Flatscreens habe ich im lokalen MediaMarkt einige Preise abgefragt.

Nur ein Beispiel: ein 26 Zoll Sony Flatscreen sollte “offiziel” 1199,- Euro kosten - nach Abzug der 19% “Mehrwertsteuer” wäre immer noch ein Sau-Preis von über 1.000 Euro übrig geblieben. Der exakt gleiche Flatscreen war eine Woche vorher im lokalen MediMax für Euro 799,- im Angebot. Mit anderen Worten: noch einmal 20% preiswerter als der “saugünstige” MediaMarkt - Preis.

Das Peinliche: der MediaMarkt war zum Bersten mit Verbraucher-Sauviechern voll, die brav dem Ruf der Werbung gefolgt waren.

Die für mich einzig mögliche Lehre daraus: lassen wir uns nicht den gesunden Menschenverstand versauen - Werbung kostet Geld. Und das schlägt sich im Preis wieder. Mit anderen Worten: mehr Werbung macht ein Produkt nicht besser noch macht es sie billiger. Wir haben das Interet - also laßt es uns nutzen und Preise vergleichen. Mal sehen, wie saugut der MediaMarkt dabei wirklich ausschaut !

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Obermann und Kleinfeld: wie lange dauert die Entzauberung ?

Monday, November 13th, 2006

Die Hymnen, die jetzt auf René Obermann gesungen werden, klingen verdächtig nach der Melodie, die man vor kurzer Zeit bei Amtsantritt von Herrn Kleinfeld hören durfte.

Die Ergebnisse bei Siemens sind der Öffentlichkeit mittlerweile offenbar - ein trauriges Faktum in diesem Zusammenhang: Herr Kleinfeld war scheinbar wenigstens vorher erfolgreich; t-mobile hingegen ist im internationalen Vergleich eine Lachnummer. Nur die USA und einige osteuropäischen Filialen reißen den Gesamteindruck aus dem Keller - und die profitieren allesamt von der Ferne von Bonn.

Nett in diesem Zusammenhang: Her Obermann hat sich nicht rechtzeitig die Uhr vom Handgelenk retouchieren lassen (wir erinnern uns alle gerne an die Kleinfeld-Annektote): in der Sonntags-FAZ ist er mit einer Uhr abgebildet, die gerade im der deutschen Ausgabe des MIT Technology Reviews auseinandergenommen wurde und in diesem Artikel auf Euro 28.500,- taxiert ist. Das ist sicher einiges mehr, als viele entbehrliche Mitarbeiter als Abfindung erhalten werden.

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Interview mit René Obermann (Chef von T-Mobile) im Focus 33/05

Tuesday, August 23rd, 2005

Bei der Rückfahrt von der Games Convention ist mir bei der Lektüre des letzten Focus ja fast die Hutschnur geplatzt:

René Obermann versucht ganz offensichtlich den Verbraucher zu verschaukeln - und wird dabei nicht einmal von ihrer Wirtschaftsredaktion des Focus in die Schranken gewiesen, die sich doch an Fakten, Fakten, Fakten halten wollte.

In seinem Interview behauptet Herr Obermann zum Thema überteuerter Auslandsgespräche im Mobilfunk, die “T-Mobile zahlt da massiv drauf”.

Fakt ist: bei den geltenden Minutenpreisen verdient T-Mobile an jeder einzelnen Minute mit Gesprächen zu ihren Kunden im Ausland satte Margen !

Die zitierten Millionenbeträge, die mehr an die Netzbetreiber der Mittelmeerländer gezahlt werden, spiegeln nichts anderes als den Sachverhalt wieder, daß mehr Deutsche in Italien, Spanien und Frankreich Urlaub machen als umgekehrt - mit den entsprechenden und kaum überraschenden Auswirkungen auf die Gesprächsvolumina. Klar zahlt t-mobile also deutlich größere Geldbeträge an die Betreiber dieser Länder - ihre Kunden telefonieren ja auch entsprechend viel in diesen fremden Netzen. Und spülen damit gleichzeitig auch gutes Geld und satte Margen ins Portemonnaie seines Unternehmens!

Wenn Herr Obermann sinkende Roaming-Preise fordert, so findet er ausreichend Raum, um in Deutschland mit gutem Beispiel voranzugehen. Nicht umsonst sind auch hier noch Gespräche vom Festnetz in die Mobilfunknetze und zwischen den Mobilfunknetzen viel zu teuer. Irgendwie muß ihm das aber beim Interview entfallen sein. Angeblich würde ja über die Preise im Auslandsroaming “hart verhandelt”. Wieso bei der nationalen Interconnection (”Durchleitegebühr” für Nicht-Anglophile :-) ) in die Netze der Mobilfunker noch keine Fortschritte gemacht wurden, bleibt angesichts eines solchen Interviews ein Rätsel.

Oder, mit anderen Worten: ich hasse es, wenn man mich als Verbraucher für panne hält ! Und am meisten ärgere ich mich, daß die Redakteure des “Fakten, Fakten, Fakten”-Magazins sowas durchgehen lassen. Naja, der Artikel war von vorne bis hinten mit der heißen Nadel gestrickt: Surfvolumina sind in den Tabellen mit “Megabit” angegeben, nicht “Megabyte”. Und beim angeblich “unbegrenzten” Surfvolumen einiger Tarife hat man wohl das Kleingedruckte zu lesen verabsäumt. Beim Vodafone HappLive UMTS - Tarif zum Beispiel beeinhaltet der Tarif für 5 Euro offensichtlich nicht das unbegrenzte Surfen an und für sich, sondern lediglich auf dem Live!-Portal von Vodafone. Alles, was “off-site” ist, kostet wieder Geld (….der Tarif selber ist gut; nur halt nicht so gut, wie der Focus in aussehen läßt !).

Dererlei Schnitzer werden mir in Zukunft wieder helfen, den Wahrheitsgehalt von Artikeln zu Themen besser einschätzen zu können, bei denen ich mich dann nicht ganz so gut auskenne……

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