Letzte Ehre
Wednesday, June 8th, 2005
Eine Erkenntnis, die mir der Tod meines Vaters gebracht hat: es hat sich mir erstmalig der Sinn dessen erschlossen, was ich bisher nur als leere Floskel betrachtet habe:
“Jemandem die letzte Ehre erweisen.”
Es war gut zu sehen, wie viele Menschen sich die Zeit genommen und keine Mühen gescheut haben um, teilweise von weit weg und an einem mehr als heißen Brückentag, der Beerdigung meines Vaters beizuwohnen.
Beweggründe für ihre Anwesenheit und die Art bzw. der Hintergrund ihrer Beziehung zu meinem Vater waren vielfältig: Conabiturienten, Komilitonen aus der Studienzeit, ehemalige Arbeitskollegen, Gemeindemitglieder usw. - von einigen der Anwesenden kannten wir nur wenig, manchmal nur den Namen.
Und trotzdem hatten sie all die besagten Unbillen nicht gescheut, um unwiderruflich Abschied zu nehmen - angesichts der Fülle von Menschen und Motivationen habe ich dies als eine echte Ehre für meinen Vater empfunden. All diese Menschen habe also meinem Vater, jeder auf seine Weise und jeder aus anderen Motiven, eine letzte Ehre erwiesen, in dem sie ihm einen Teil ihrer Gedanken und ihrer Zeit geschenkt haben.
Für diese Ehre bin ich allen dankbar, die gekommen sind.
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